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Umgang mit dem Thema Gamen im Schulumfeld

Das Spielen von Games ist mittlerweile nicht nur ein wichtiges Hobby von Jugendlichen, sondern hat auch gesellschaftlich Relevanz. Es ermöglicht, nebst dem grossen Spass den Spielen grundsätzlich macht, positive Erfahrungen, wie beispielsweise das gemeinsame Spielen oder das Erlernen von Medienkompetenzen. Übermässiger Konsum kann jedoch Gefahren bergen, wie z.B. die Vernachlässigung von schulischen Aufgaben oder sozialen Kontakten. Mit folgenden Tipps möchten wir Sie zum Thema Gamen im Schulumfeld unterstützen.

Tipps zum Gamen für Lehrpersonen

Wenn Kinder oder Jugendliche die Kontrolle über ihren eigenen Spielkonsum verlieren, kann sich dies auf die Schule auswirken. Es kann sein, dass sie nervöser als sonst sind, die Konzentrationsfähigkeit nachgelassen hat, sie aufgrund verändertem Tag-Nacht-Rhythmus unter Schlafmangel leiden und dass ein Leistungsrückgang stattfindet. Wenn diese Phänomene auftauchen empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Versuchen Sie zum Kind Kontakt herzustellen und teilen Sie ihm Ihre Beobachtung mit. Fragen Sie es, wie es seine aktuelle Situation sieht. Kann es offen darüber sprechen, gibt es eventuell die Möglichkeit mit ihm Vorgehensweisen abzumachen, um das Problem zu lösen. Gut wäre es, die Schülerin oder den Schüler dazu zu bringen, die Eltern miteinzubinden.
  • Falls das Kind nicht darüber sprechen möchte, teilen Sie die eigene Besorgnis mit und bekunden Sie weiter Interesse. Falls sich die Situation stark verschlimmert sollten die Eltern mit ins Boot geholt werden.
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  • Falls im Schulhaus eine Schulsozialarbeiterin oder ein Schulsozialarbeiter arbeitet, sprechen Sie mit ihm/ihr das weitere Vorgehen ab.
  • Informationen zu Spielen findet man auf Youtube oder anderen Kanälen. Beispielsweise mit dem Stichwort «How to play (Spieltitel)».
  • Falls Schulprojekte oder Arbeiten anstehen, welche einen offenen Themenrahmen bieten, können Sie dem Schüler oder der Schülerin empfehlen, etwas zum Thema Gamen zu machen.
  • Interessierte Kinder und Jugendliche allgemein bei technischen Fragen in der Schule miteinbeziehen.

Falls Sie mit der Jugendlichen oder dem Jugendlichen nicht weiterkommen, bietet sich auch an, regionale Jugendberatungen oder Suchtfachstellen zu kontaktieren und Eltern auf spezifische Hilfsangebote hinzuweisen.

Tipps zum Gamen für Sozialarbeitende, Soziokulturelle Animatoren/innen und Pädagogen/innen

Schon länger halten Computer, Spielkonsolen sowie WLAN-Hotspots in Jugendtreffs oder Wohnheimen Einzug. Dabei bietet das Spielen von elektronischen Spielen im Umfeld pädagogischer Einrichtungen viele Chancen. Man holt Kinder und Jugendliche in einer für sie relevanten Freizeitbeschäftigung ab und kann sie partizipativ in verschiedene, damit zusammenhängende Aufgaben einbinden. Sie könnten beispielsweise Regeln für den Umgang mitgestalten, was einen integrativen Charakter hat. In der offenen Jugendarbeit lässt sich mit dieser Thematik oft auch Jugendliche abholen, welche ansonsten nicht unbedingt den Weg in eine Einrichtung finden.

Das gemeinsame Spielen fördert neben den spielerischen diverse weitere Fähigkeiten:

  • Toleranz: Meistens wollen mehr Personen spielen, als Spielmöglichkeiten geboten werden. Die Spielenden müssen sich daher selber organisieren.
  • Teamgedanke: Die meisten kooperativen Spiele fordern und fördern ein koordiniertes Vorgehen.
  • Wissen: Die Jugendlichen lernen etwas über Computer und digitale Medien im Allgemeinen.
  • Kommunikation: Die Spiele und die digitalen Medien können in einem produktiven Rahmen thematisiert werden.

Folgende Regeln haben sich bewährt:

  • Die Jugendlichen wählen die Spiele selber aus. Die PEGI-Freigabe ist jedoch einzuhalten. Mit der Unterschrift der Eltern, eingebunden in ein Projekt, gibt es evtl. auch die Möglichkeit, Spiele ausserhalb der Altersgrenze zu spielen.
  • Es sollten nur Spiele gespielt werden, die man gegeneinander oder gemeinsam gegen den Computer spielen kann.
  • Die Spielzeiten und andere Spielregeln sollen klar und im Vorfeld definiert sein.
  • Die Infrastruktur ist durch die Jugendlichen aufzustellen und wieder abzubauen. Sie sollte nicht permanent verfügbar sein, damit das Gamen nicht als allzu selbstverständlich angesehen wird und sich die Jugendlichen nicht zu sehr auf diese Aktivität fokussieren. Bestimmte Zeiten, an denen man gamen darf, fix festzulegen, kann deshalb auch Sinn machen. Wenn Jugendliche Räume selbstverwaltet für das Spielen nutzen dürfen, bietet dies zusätzliche Lernfelder und kann für sie eine gute Erfahrung sein. Insbesondere weil sie so mehr Verantwortung übernehmen und der Technik mehr Sorge geben.
  • Falls die Institution keine Spielgeräte besitzt, könnten sich Jugendliche auch selbst um die Finanzierung (z.B. selbstgemachten Kuchen verkaufen) kümmern.
  • Informationen zu Spielen findet man auf Youtube oder anderen Kanälen. Beispielsweise mit dem Stichwort «How to play (Spieltitel)».

Detailliertere Informationen rund um die Welt des Gamen

Möchten Sie detailliertere Informationen rund um die Welt des Gamen?
Dann finden Sie diese in der Rubrik «Eltern/Bezugspersonen > Die Welt der Games».

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