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Die Klassifizierung der Genres

In diesem Abschnitt wird versucht, am Beispiel der beliebtesten Spielgenres die Faszination, aber auch die Schwierigkeiten derjenigen aufzuzeigen. Die Grenzen der Genres sind nicht Trennscharf, viele der heutigen Spiele lassen sich nicht einem Genre zuordnen. Daher haben wir die wichtigsten Spiele in 4 Kategorien eingeteilt.
Auch gibt es innerhalb der Genres Spiele, die mal mehr und mal weniger für Jugendliche und Kinder geeignet sind. Wie Sie sich besser über einzelne Spiele informieren können, kann unter «Tipps für Erwachsene
» nachgelesen werden. Und hier finden Sie eine Tabelle über die wichtigsten Eigenschaften von Spielen (LINK Content 3c).
Genreübergreifend ist die Tendenz der Anbieter, Spiele primär kostenlos anzubieten. Mehr dazu finden Sie in der Rubrik Free2Play. Die allgemeinen Risiken bei Computerspielen können Sie unter «Risiken von Computerspielen
» nachlesen.

Ego-Shooter

Die vor Jahren oft diskutierten Spiele, wo primär Waffen simuliert und aus der Ego-Perspektive (Eigenen-Augen-Perspektive) aufeinander «geschossen» wird, sind meist der Stein des Anstosses, wenn es um Computerspiele geht. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass kein Kausalzusammenhang zwischen der Darstellung und der Ausübung von Gewalt besteht. Weiter können, dies weiss man aus der Medienforschung, die meisten Menschen sehr gut zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. ABER: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Konsum von Gewalt, sowohl im Film- als auch im Gameformat, gepaart mit weiteren Faktoren einen Einfluss auf des Verhalten von Menschen haben kann.

Faszination: Ob jetzt mit zeitgemässen oder futuristischen Waffen, Paintball-Markierern oder mit Schaumstoffbällen auf die Mitspielenden geschossen wird, der Grund bleibt immer derselbe. Die Spiele sind so aufgebaut, dass man mit viel Geschick mit dem Eingabegerät eine andere Person aus dem Spiel nehmen kann. Oftmals sind diese Spiele so aufgebaut, dass zwei Teams gegeneinander Spielen. Man kann die Spiele mit dem klassischen «Räuber und Polizist»-Spiel vergleichen, dass vor allem bei Kindern beliebt ist. Auch ist die Faszination von Waffen, vor allem bei männlichen Spielenden, kein unwesentlicher Motivationsgrund. Diese Spiele setzten normalerweise viel mehr auf Geschicklichkeit als auf Taktik und Strategie und sind somit recht einfach zu erlernen.

Schwierigkeit: Die Spielenden setzten sich mit Waffen und deren Handhabung auseinander. Klar, dies ist nur virtuell. Es gibt aber keinen Beweis dafür, dass sich dies nicht auf das reale Leben auswirken kann. Ausserdem sind die Spielenden in diesen Spielen oft sehr angespannt, was sich auf die Zeit direkt nach dem Spielen auswirken kann. Es ist nicht ratsam, solche Spiele direkt vor dem Schlafen gehen zu spielen.

Tipp: Das Spielen solcher Spiele zu verbieten wird ab einem gewissen Alter nicht mehr möglich sein. Viel mehr ist es ratsam, die Thematiken des Spiels zu diskutieren und einen Ausgleich zum Spielen zu schaffen. Es gilt zu bedenken, dass bei einem ausgesprochenen Verbot dies auch überwacht werden muss. Ausserdem wird es wohl passieren, dass sich der Sohn oder die Tochter bei einem solchen Verbot einfach an einem anderen Ort, zum Beispiel bei den Freunden, mit solchen Spielen auseinandersetzten wird.

Adventure, Rollenspiele andere Geschichten

Diese Spiele zeichnen sich durch eine Rahmengeschichte aus, die von den Spielenden erlebt werden kann. Wie bei Büchern oder Filmen sind der Anlage der Spielwelt keine Grenzen gesetzt. Die Geschichten können wie bei den klassischen Adventures sehr linear verlaufen oder es gibt, wie bei den meisten Rollenspielen, mehrere Wege zum Ziel. Auch ist es möglich, dass von den Spieleanbietern eine Welt mit verschiedensten Möglichkeiten geboten wird, wo sich die Spielenden ihre Geschichten selber erstellen können bzw. müssen. Dies ist vor allem bei den Online-Welten sehr verbreitet.

Faszination: Die Spielenden können in eine ganz andere Welt eintauchen. Ob sie nun als Raumfahrende durch die Galaxie reisen oder als Heldengruppe alte Verliese mit Drachen erkunden ist jedem selber überlassen. Bei diesen Spielen ist die eine atmosphärische Spielwelt entscheidend. Das Durchleben von Geschichten, das Finden von Schätzten, das Weiterentwickeln des eigenen Avatars und das Bestreiten von Herausforderungen, oft zusammen mit anderen Mitspielenden, ist elementar.

Schwierigkeiten: Man kann viel zu viel Zeit in den virtuellen Welten verbringen. Die Spiele sind so aufgebaut, dass das Belohnungszentrum des Gehirns (Dopamin) wiederholt angesprochen wird. Auch die Abhängigkeit von anderen Mitspielenden bei Online-Spielen ist ein Faktor, der oft zu hohem Konsum der Spiele führt. Weiter gilt es zu beachten, dass die Geschichten normalerweise nicht für Kinder und Jugendliche, sondern für Erwachsene konzipiert sind. Gewalt und Sex ist, genau wie auch in Serien und Filmen, durchaus ein Thema.

Tipp: Den Spielenden müssen Zeitschranken gesetzt werden. Vor allem bei Online-Spielen ist zu beachten, dass viele Inhalte nur in Gruppen erreicht werden können. Wenn man also zulassen will, dass Jugendliche mit ihren Kollegen zusammen das Spiel spielen können, ist bei der Zeitplanung dieser Punkt zu berücksichtigen. Für Kinder sind solche Online-Rollenspiele nicht geeignet.

Simulationen

Simulationspiele werden so realistisch wie möglich programmiert. Sei dies das Führen einer Fussballmannschaft, das Planen und Bauen einer Stadt, das Managen einer Familie oder das Fliegen eines Zeppelins. Fast für alle Tätigkeiten gibt es eine Simulation. Diese Spiele setzten oft voraus, dass man sich einarbeitet und bereit ist zu lernen, wie das Spiel beziehungsweise die simulierte Materie genau funktioniert. Diese Spiele haben oft eine hohe Einstiegsschwelle, entfalten aber mit der Zeit einen komplexen Tiefgang.

Faszination: Einmal ein Flugzeug zu fliegen oder eine Mannschaft zum Champions-League-Titel zu führen ist nicht nur für Kinder und Jugendliche ein Wunschtraum. Die Spiele bieten die Möglichkeit, genau dies ohne Risiko zu versuchen und gar zu verwirklichen.

Schwierigkeit: Hier ist die Gefahr gross, sich in den Spielen zu verlieren. Die Komplexität der Spiele lässt die Zeit sehr schnell verrinnen, da man sich stetig um neues Wissen und Informationen, sowohl in den Spielen selber als auch im Internet, bemühen muss. Auch ist das Thema der Simulation wichtig. Nicht alle Simulationen drehen sich um gewaltlose und jugendfreie Themen.

Tipp: Diese Spiele sind oft realitätsnah konzipiert. Viele Abläufe der realen Welt werden hier simuliert, und es ist nicht unbedingt schlecht, wenn man diese Abläufe lernen und auch gleich selber testen kann. Doch ist auch hier entscheidend, wie viel Zeit der Spielende in ein solches Spiel investiert.

Handy- und Casual-Games

Mit dem Durchsetzten der Smartphones gibt es unzählige Spiele-Apps auf dem Markt. Diese kleinen Spiele sind allgegenwärtig, und nur die wenigsten Personen haben nicht schon einmal auf dem Smartphone ein Spiel versucht. Während die meisten Spiele nur kurzfristig fesseln können, gibt es auch hier Spiele, die man monatelang für mehrere Stunden pro Tag spielen kann.

Faszination: Die meisten Menschen spielen gerne mal ein Spiel. Das geht vom Jassen mit Kollegen bis hin zum kleinen Spiel auf dem Smartphone. Da man dieses immer dabei hat und permanent mit dem Internet verbunden ist, sind auch die Spiele allgegenwärtig. Wenn nun die Freunde auch noch Mitspielen und man Punktzahlen vergleichen oder sich duellieren kann, ist auch die soziale Komponente gleich mitgegeben.

Schwierigkeit: Mit dem Smartphone ist für Ablenkung gesorgt. Ob man jetzt auf dem Bahnhof schnell ein paar Tontauben abschiesst oder anstatt die Aufgaben zu machen an seinem Bauernhof weiterbaut, das Wesentliche im Alltag kann darunter leiden. Komplexere Handyspiele, die auf wochenlanges Spielen ausgelegt sind, nehmen oft sehr viel Zeit in Anspruch. Wenn man alle 20 Minuten einen Klick machen muss, wird plötzlich der ganze Tagesablauf von einem Spiel bestimmt.

Tipp: Es geht ganz grundsätzlich um die Benutzung der mobilen Geräte. Hier sind die Erwachsenen genauso gefordert. Es ist wichtig, hier ein Vorbild zu sein. Nur so ist es legitim, Kinder und Jugendliche auch auf einen exzessiven Gebrauch hinzuweisen. Es sollte eine handyfreie Zeit geschaffen werden.

Aktuelle Dauerbrenner

Die Spiele, die auf der Welt gerade am Beliebtesten sind, kann ganz einfach im Verzeichnis von Twitch.tv nachvollzogen werden. Viele der Zuschauenden spielen selber die jeweiligen Spiele. Es gibt aber einige Dauerbrenner, die hier ganz kurz vorgestellt werden:

DOTA2, Overwatch, Heros of the Storm und League of Legends

Diese MOBAS sind die populärsten ihrer Gattung. All diese Spiele werden online im 5-gegen-5-Modus gespielt. Sie sind so beliebt, weil die meisten dieser Spiele gratis zu spielen sind. Wie bei den sogenannten Free2Play-Games üblich, kann man sich aber diverse zusätzliche Inhalte, im diesen Fall weitere spielbare Charaktere, dazukaufen.

Minecraft

Die unzählbaren Möglichkeiten dieses Sandbox-Spiels lassen kreative Köpfe immer neue Bauten und Automatismen kreieren. Mit den unzähligen, von den Spielern selber erstellten Modifikationen wird das Spiel nie langweilig. Nicht zuletzt ist es recht entspannt zu spielen und gibt dadurch den Streamern die Möglichkeit, neben dem Spielen in YouTube oder Twitch.tv über völlig andere Themen zu reden.

Counter-Strike Global Offensive und Call of Duty

Diese EgoShooter werden auch im Team gespielt. Vor allem männliche Zuschauer sind von der Spielgeschwindigkeit, den Taktiken aber auch von der kriegerischen Inszenierung fasziniert.

FIFA

Das wohl beliebteste Sportspiel ausserhalb der USA ist die Fussballsimulation FIFA von EA-Sports. Das mit den offiziellen Lizenzen der bekannten Ligen der Welt ausgestattete Fussballspiel glänzt mit einer durchdachten Steuerung und der Tatsache, dass man selber einmal als Ronaldo oder Neymar spielen kann.

Pokémon Go

Man kann sich darüber streiten, ob nun Pokémon Go wirklich als Spiel angesehen werden soll. Auf jeden Fall ist es die bisher erfolgreichste App, die je für die Android- und die Apple-Geräte zum downloaden angeboten wurde. Das Spiel ist bezeichnend für die sogenannten «Hypes», die immer mal wieder bei Computerspielen vorkommen.
Auch Pokémon Go ist gratis spielbar. Um aber wirklich erfolgreich sein zu können, ist der Spielende mit beschränktem Zeitbudget fast gezwungen, mit echtem Geld im Ingameshop Spielgegenstände zu kaufen.

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