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Meilensteine der Spielgeschichte

Spielen liegt in der Natur des Menschen. So ist es naheliegend, dass sich findige Programmierer schon früh mit der spielerischen Seite der Computertechnologie auseinandersetzten und anfingen, Spiele für den Computer zu entwickeln. Lange Zeit hatten die Spielenden den Ruf, «bleiche und asoziale Kellerkinder» zu sein. Mit der Verbreitung und Weiterentwicklung der elektronischen Geräte im Laufe der Zeit änderte sich aber auch die Wahrnehmung der Gesellschaft. Heute spielen nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch viele Erwachsene. Im folgenden werden die  wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Computerspiele aufgezeigt und jene Spiele vorgestellt, welche die Welt der elektronischen Spiele von Heute geprägt haben.

1962 – Die Anfänge

Es ist nicht ganz klar, wann die ersten elektronischen Spiele (die den Namen auch verdienen) entwickelt wurden. Eines der ersten war das Spiel Spacewar!, welches 1962 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Bosten USA von Studenten programmiert wurde. Bereits bei diesem Spiel konnten 2 Personen gegeneinander spielen.

1962 die anfaenge

1982 – Der Heimcomputer kommt auf

Der erste erschwingliche Heimcomputer war der C64 von Commodore, welcher weltweit um die 15 Millionen Mal verkauft wurde. Dieser Computer konnte 16 verschiedene Farben darstellen. Im Vergleich dazu: das heutige Smartphone kann über 16 Millionen Farben darstellen. Mit dem C64 Computer beginnt auch die Geschichte des kommerziellen Computerspiels.

1982 heimcomputer

1986 – Eine Konsole für das Wohnzimmer

Spielkonsolen, die direkt im Wohnzimmer an den Fernseher angeschlossen werden konnten, gab es schon vorher. Doch in diesem Jahr revolutionierte Nintendo mit ihrem Nintendo Entertainment System (NES) den Konsolenmarkt. Mit dieser Konsole erblickte auch der wohl bekannteste Computerspielheld Super Mario das Licht der Welt. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde das heute noch beliebte Tetris vom russischen Entwickler Alexei Paschitnow zum weltweiten Erfolg.

1986 konsole fuer wohnzimmer

1992 – Die Ego-Perspektive

Der Amiga 500 von Commodore hatte sich längst etabliert (Erscheinungsdatum 1987). Der PC mutierte langsam vom Bürocomputer zum Mulitmediacomputer, als der erste Ego-Shooter auf den Markt kam. Wolfenstein 3D von id Software zählt als wegweisender Klassiker der Spielgeschichte. Als amerikanischer Soldat musste man sich aus der Gefangenschaft der Nazis befreien, und ballerte sich mit verschiedensten Waffen durch ein mehrstöckiges Gebäude. Man sah vor sich seine Waffe und konnte sich auf der horizontalen um die eigene Achse drehen. Nach oben und unten schauen war nicht möglich. Das Spiel wurde in Deutschland wegen der allgegenwärtigen Nazisymbolik indiziert.

1992 egoperspektive

1994 – Sony und der wohl bekannteste weibliche Computerspielcharakter

Mit dem Erscheinen der ersten Playstation von Sony wurde das elektronische Spiel noch populärer. Mit bis heute über 100 Millionen verkauften Exemplaren stiess Sony den bisherigen Konsolen-Marktführer Nintendo vom Thron.
Auf dieser Konsole erschien im Jahr 1996 das Spiel Tomb Raider. Die Hauptdarstellerin des Spiels, Lara Croft, ist wegen der diversen Verfilmungen (in der Hauptrolle Angelina Jolie) die wohl bekannteste Computerspielfrau der Spielgeschichte.

1994 sony

2000 – Die Industrie entdeckt die Frauen als Zielgruppe

Bis zu diesem Zeitpunkt war das elektronische Spiel weitgehend in der Hand von männlichen Spielern. Dies änderte die erste Ausgabe des Spiels Die Sims, welches gemäss den Angaben von Hersteller Maxis bis heute von über 60% Frauen gekauft und gespielt wird. In dieser Lebenssimulation ist es die Aufgabe des Spielenden, eine Familie zu erschaffen und zu verwalten, ein Haus zu bauen, Freundschaften zu schliessen und Geld zu verdienen. Diese Computerspielreihe wird bis heute mit grossem Erfolg weitergeführt.

2000 zielgruppe frauen

2005 – Vom Nischenprodukt zum Massenphänomen

Computerspiele sind zu diesem Zeitpunkt schon länger ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mit dem Aufkommen des Internets ab dem Jahr 1992 wird das Zusammenspielen übers Internet immer wichtiger. Doch dauert es bis zum Erscheinen von World of Warcraft im Jahr 2005, bis der Durchbruch des Onlinespielens stattfindet. Dieses Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) ist massgeblich daran beteiligt, dass Computerspiele nicht mehr als Nischenprodukt wahrgenommen werden. World of Warcraft ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Computerspiel. Die Entwicklerfirma Blizzard Entertainment hat mit diesem Spiel bis heute über 10 Milliarden US Dollar Umsatz eingefahren. Das Spiel hat heute noch über 6 Millionen Abonnenten weltweit, die für die Teilnahme an der virtuellen Welt von World of Warcraft jeden Monat um die 15 Franken bezahlen.

2005 world of warcraft

2007 – (Fast) Jeder spielt mal ein elektronisches Spie

Den Gameboy von Nintendo gibt es schon lange und auch andere portable Spielsysteme wurden mit mehr oder weniger Erfolg im Laufe der Zeit veröffentlicht. Die sogenannten Handhelds (Handspielgeräte) bleiben jedoch hauptsächlich ein Kinderspielzeug. Dies ändert sich mit dem Aufkommen der Smartphones ab dem Jahr 2007. Heute hat fast jeder Handybesitzer ein Smartphone, mit welchem auch gespielt wird. Hand aufs Herz, wer hat sich nicht auch schon an einem Angry Birds, Candy Crush oder Quizduell versucht?
Mit dem Smartphone kommt auch eine neue Vertriebsstruktur auf den Markt, die sogenannten Free-to-Play-Games.

2007 smartphone-spiele

2009 – Bauklötze definieren den Offene-Welt-Standard

Minecraft, alle Kinder und Jugendlichen kennen es und viele spielen es. Die Spielwelt ist aus lauter 1x1x1-Meter grossen Blöcken generiert, jeder Block kann abgebaut und wieder hinzugefügt werden. Es gibt kein fest vorgelegtes Spielziel, das Hauptaugenmerk gilt dem kreativen Bauen und dem Entdecken der Spielwelt. Minecraft hat so den Standard der Open-World-Games definiert. Und bis zum heutigen Tag konnte kein anderes Spiel eine solch offene Spielwelt bieten. Minecraft wurde ursprünglich für den PC entwickelt, ist aber heute auf allen gängigen Spielsystemen verfügbar.

2009 minecraft

2016 – Pokemon Go

Im Jahr 2016 ist das Spiel Pokemon Go auf den Markt gekommen. Das Spiel kann vereinfacht als Geocaching 2.0 beschrieben werden. Die App ist sowohl für Android als auch für das Apple OS erschienen und revolutioniert gerade die Welt der elektronischen Spiele. Der Spieler reist durch die reale Welt und kann an diversen Schauplatzen via die Handycamera die Pokemons entdecken und einfangen. Dazu gibt es verschiedene Arenen, wo die Pokemons gegeneinander kämpfen können. Das Spiel ist noch zu neu, um wirkliche Aussagen über den Wert des Spiels tätigen zu können. Doch die sogennante «Augment realitiy» AR, also die interaktivität zwischen der realen und der virtuellen Welt, könnte zukunftsweisend sein für weitere Spiele dieser Art.

2016 pokemon go

Die Zukunft

Jeden Monat kommen neue Spiele auf den Markt. Innovationen sind höchst selten, es wird immer auf den bewährten Prinzipien der oben beschriebenen Spiele aufgebaut. Die Spielindustrie wird von ein paar wenigen globalen Unternehmen bestimmt. Spiele kosten in der Entwicklung bis zu 500 Millionen USD und das Ziel der Unternehmen ist es, dieses Geld so schnell wie möglich wieder einzunehmen. Fakt ist, dass die Unternehmen oft bis zu einem Drittel des Gesamtbudgets in das Marketing investieren.

Film zur Computergeschichte von SRF

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