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Prävention von sexualitätsbezogenen Internetrisiken

Sexuelle Übergriffe im Netz, Herstellung und Besitz von Kinderpornografie, Cybergrooming, Sextorsion, Missbrauch von Sexting-Bildern oder Pornos auf Handys von Minderjährigen – die Palette von sexualitätsbezogenen Internetrisiken für Minderjährige ist breit. Das Risiko für Kinder und Jugendliche, Opfer zu werden oder sich – oft ungewollt – strafbar zu machen, ist hoch. Entsprechend gross ist der Handlungsbedarf. Die Nationale Plattform «Jugend und Medien» traf im Rahmen ihres Schwerpunktthemas 2018/2019 «Sexualität und Internet» verschiedene Massnahmen, um Organisationen in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Think Tank zur Verbesserung der nationalen Koordination

Das BSV initiierte zur Bearbeitung der Thematik einen Think Tank Die Mitglieder erarbeiteten in der Folge ein Haltungspapier mit dem Titel «Sexualität und digitale Medien – Kompetenzen fördern, Kinder schützen!». Das Haltungspapier diente im Anschluss an den Schwerpunkt des BSV einer neu gegründeten nationalen Arbeitsgruppe als Basis. Diese wird ab 2020 die Arbeit des Think Tanks fortführen und den Akteurinnen und Akteuren weiterhin die Möglichkeit bieten, sich regelmässig zu treffen und auszutauschen.
Haltungspapier «Sexualität und digitale Medien – Kompetenzen fördern, Kinder schützen!»

sexting

Pilotprojekte zur Sensibilisierung von Eltern und Fachpersonen

Im Rahmen des Schwerpunktthemas «Sexualität und Internet» hat die nationale Plattform Jugend und Medien private, nicht gewinnorientierte Organisationen aufgefordert, Projekte zur Prävention von sexualitätsbezogenen Internetrisiken vorzustellen. Der Fokus lag dabei auf der Sensibilisierung sowohl von Eltern mit Migrationshintergrund, von bildungsfernen Eltern wie auch von Institutionen/Betreuungspersonen, die mit vulnerablen Gruppen arbeiten, etwa mit unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden oder Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen bzw. spezifischen Bedürfnissen.

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Ausbildung von Schlüsselpersonen zur Prävention sexualitätsbezogener Internetrisiken

Ziel des Pilotprojekts von Pro Juventute ist es, Eltern aus der sozioökonomisch benachteiligten Migrationsbevölkerung im Grossraum Bern auf sexualitätsbezogene Internetrisiken zu sensibilisieren und sie zu befähigen, ihre Kinder in der Bewältigung der medialen Lebenswelt zu begleiten und zu unterstützen.

Dafür werden sogenannte «Schlüsselpersonen», die unterschiedlichen ethnischen und/oder nationalen Gruppen angehören und bereits Erfahrung im Bildungs-, Gesundheits- oder Sozialbereich mitbringen, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eingesetzt. Denn die Evaluationsergebnisse von ähnlichen Projekten betonen den Wert von aufsuchender Arbeit mittels Schlüsselpersonen bei sozioökonomisch benachteiligten Familien.

Hier setzt das Angebot an und vermittelt zu Hause oder in der gewohnten Umgebung Informationen zu Prävention und Elternkompetenzen. Familien, die in ihrem sozialen Umfeld und in ihrer Sprache angesprochen werden, können einen Vertrauensaufbau eingehen und werden dadurch ermutigt, ihre Erziehungsverantwortung aktiv wahrzunehmen. Die konkrete Begleitung durch Schlüsselpersonen kann helfen, Ängste abzubauen und die Selbstwirksamkeit wieder zu entdecken.

Damit die Schlüsselpersonen ihre Aufgabe kompetent wahrnehmen können, wurden sie im Rahmen von mehreren Ausbildungshalbtagen im Frühling 2019 durch Fachpersonen aus dem Bereich Prävention, Sexuelle Gesundheit und Medienbildung geschult.

Im Herbst 2019 startet die aufsuchende Arbeit der Schlüsselpersonen – entweder mittels (mehrmaliger) Familienbesuche und/oder moderierten Kleingruppenveranstaltungen. Die Schlüsselpersonen werden während ihres Praxiseinsatzes durch Fachpersonen gecoacht und begleitet.

Das Pilotprojekt wird umfangreich evaluiert. Die Evaluationsergebnisse dienen als Entscheidungsgrundlage über die Ausweitung des Projekts auf andere (Sprach-)Regionen in Zusammenarbeit mit Femmes-Tische/Männer-Tische Schweiz und werden interessierten Organisationen zur Verfügung gestellt.

Projektträger und Partner:

Weitere Projekte, die im Laufe des Jahres 2019 umgesetzt wurden, sind:

  • Die Rolle der Eltern bei der Aufklärung ihrer Kinder über «Sexualität und neue Medien»
  • Kartenset «Internet und Sex»

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

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Pro Juventute
Stiftung
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8050 Zürich
Tel.: 044 256 77 77
Fax: 044 256 77 78
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