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Tipps für Erwachsene

Das Spielen von Games ist mittlerweile nicht nur ein wichtiges Hobby von Jugendlichen, sondern hat auch gesellschaftlich Relevanz. Es ermöglicht, nebst grossem Spass, positive Erfahrungen, wie beispielsweise das gemeinsame Spielen oder das Erlernen von Medienkompetenzen. Übermässiger Konsum kann jedoch Gefahren bergen, wie z.B. die Vernachlässigung von schulischen Aufgaben oder sozialen Kontakten. Mit folgenden Tipps möchten wir aufzeigen, wie dieses Hobby im gesunden Rahmen ausgeübt werden kann und Sie damit bei der Begleitung von Kindern und Jugendlichen unterstützen.

Mit moralisierenden Kommentaren wie beispielsweise «du spielst viel zu viel» oder «du spielst viel zu brutale Spiele» lässt sich selten zum Reflektieren des Konsums anregen. Fragen wie «Was begeistert dich an diesem Spiel?» oder «Wie gewinnt man in diesem Spiel?» eignen sich besser, um ins Gespräch einzusteigen und je nach Antworten weiter nachzufragen. Dies ist eine gute Vorgehensweise, die Motivation der Spielenden für das Spiel und das Spielen herauszufinden. Dies bedeutet jedoch nicht, heikle Inhalte auszublenden und nicht zu thematisieren. Im Gegenteil ist es für die jungen Spielenden wichtig, eine Reaktion des Erwachsenen zu erhalten. Gleichzeitig darf man auch Begeisterung zeigen. Dies funktioniert am besten, wenn man gemeinsam spielt! Denn um die Faszination eines Spiels nachvollziehen zu können, sollte man es selber spielen.

12 Tipps zum Thema «Gamen» für Eltern

  1. Keine Angst vor Games.

    Ja, Kinder und Jugendliche wissen vielleicht besser über Games Bescheid und spielen auch mehr als Sie. Kein Grund zur Besorgnis. Zeigen Sie Interesse am Spiel und treten Sie möglichst unvoreingenommen an die Thematik heran. Kinder und Jugendliche sind zwar gut bei der Bedienung, für einen bewussten und kritischen Umgang mit dem Medium brauchen sie aber die Unterstützung der Erwachsenen.
  2. Nehmen Sie Ihre Vorbildrolle ernst. 

    Wenn man permanent selbst am Handy spielt und selbst viel vor dem Bildschirm sitzt, ist es für das Kind wenig nachvollziehbar, wenn man dessen Konsum kritisiert und einschränken möchte.
  3. Zeigen Sie Interesse.

    Spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und reden Sie über die Spiele. Dieses freut sich über Ihr Interesse an seinem Hobby. Auch ist es stolz, wenn es in einem Bereich den Erwachsenen etwas erklären oder gar in einem Spiel gegen sie gewinnen kann!
  4. Digitale Spiele sind keine Babysitter.

    Begleiten Sie stattdessen Kinder beim Konsum von elektronischen Spielen.
  5. Beachten Sie die Altersvorgaben.

    Die PEGI-Angaben sind gute Wegweiser, aber nicht in Stein gemeisselt. Es hängt auch von der Entwicklung des Kindes ab, ob ein Spiel geeignet ist oder nicht. Schätzen Sie daher ein, wie viel Gamen Sie als sinnvoll erachten und welche Inhalte Sie Ihrem Kind zumuten können.
  6. Diskutieren statt verbieten.

    Diskutieren und definieren Sie Spielzeiten, Spielinhalte und Spieldauer gemeinsam mit dem Kind. Dies erhöht die Akzeptanz und die Einhaltung der Abmachungen. Sprechen Sie über einen sinnvollen Umgang mit dem Medium. Jugendliche möglichst lange von elektronischen Spielen abzuhalten oder ihnen den Umgang mit Gewaltdarstellung komplett zu verbieten hat oft eine gegensätzliche Wirkung, da es für sie so meist nur noch interessanter wird. Ausserdem gilt zu bedenken, dass ein ausgesprochenes Verbot auch überwacht werden muss. Gut möglich, dass sich der Sohn oder die Tochter bei einem solchen Verbot einfach an einem anderen Ort, zum Beispiel bei den Freunden, mit solchen Spielen auseinandersetzten wird.
  7. Junge schützen, Ältere unterstützen.

    Je jünger das Kind desto eher schützt man es, je älter desto mehr unterstützt man es. Gestalten Sie das Gamen mit dem Kind so, dass Sie immer wieder einen Blick auf den Bildschirm werfen können. Wenn das Kind das Teenageralter erreicht und Sie das Gefühl haben, es kann mit den Risiken umgehen, können Sie Ihrem Kind mehr Privatsphäre zugestehen.
  8. Ausnahmen sind möglich.

    Ein neu erschienenes Spiel kann anfangs eine hohe Anziehungskraft auslösen. Wenn gerade Schulferien sind, kann es daher auch mal okay sein, mehr zu spielen. Eine Möglichkeit wäre, die Zeit aufzuteilen und mit dem Kind abzumachen, nach der spielintensiven Woche eine spielfreie oder spielreduzierte Woche anzuhängen.
  9. Kündigen Sie das Ende des Spielens wenn möglich an.

    Das Ärgerlichste als Spielerin oder Spieler ist es, ein Spiel mitten in einem Level beenden zu müssen, weil dann oft Errungenschaften oder Punkte verloren gehen. So lässt sich nach einer Ankündigung abgleichen, wenn die Spielzeit zu Ende ist («Dieses Level beenden, dann ist fertig»). Vor allem bei Online-Spielen ist zu beachten, dass viele Inhalte nur als Gruppe erreicht werden können, wofür mehrere Spieler gleichzeitig online sein müssen. Wenn man zulassen will, dass Jugendliche mit ihren Kollegen zusammen spielen können, ist dieser Punkt bei der Zeitplanung zu berücksichtigen. Für Kinder sind solche Online-Rollenspiele jedoch nicht zu empfehlen.
  10. Informieren Sie sich.

    Auf Youtube, Twitch oder anderen Kanälen können Sie beispielsweise mit dem Stichwort «How to play (Spieltitel)» ein Spiel suchen. Dabei ist es nicht nötig, sich in der Spielwelt als ganzes auszukennen. Sie können sich auf das, was Ihr Kind interessant findet, fokussieren.
  11. Kinder brauchen Abwechslung.

    Elektronische Spiele können dabei sehr wohl zum Alltag gehören, aber nicht nur. Bieten Sie Alternativen zum Gamen. Spielen Sie gemeinsam analoge Spiele, unternehmen Sie Ausflüge, fördern Sie Bewegung in der Natur und geben Sie Ihrem Kind genügend Freiraum, draussen und mit Freunden unterwegs sein zu können. Und falls es Ihrem Kind mal langweilig ist, ist das nicht tragisch. Langeweile fördert die Kreativität!
  12. Hilfe holen!

    Falls Sie das Gefühl haben, dass der Konsum der Medien aus dem Ruder läuft und Sie sich ratlos fühlen, suchen Sie Hilfe! Verschiedene Fachstellen können Ihnen weiterhelfen. Fragen Sie nach einer lokalen Mütter- und Väterberatung, melden Sie sich bei der Pro Juventute Elternberatung (Tel. 058 261 61 61, Tag und Nacht erreichbar) oder kontaktieren Sie die Lehrperson, Schulsozialarbeitenden, sowie Jugendarbeitenden Ihres Kindes oder Jugendlichen. Auch gibt es in vielen Gemeinden und Städten eine Jugendberatung, welche Ihnen bei diesen Themen weiterhelfen kann.
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