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Zahlen zu den Spielen und den Spielenden

Wer sind die Spielenden und was wird gespielt? Wie sieht das Verhältnis zwischen den Geschlechtern aus und wieviel Geld wird mit den Spielen umgesetzt? Um diese Fragen zu beantworten wird in der Schweiz jedes zweite Jahr durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Kooperation mit der Swisscom die JAMES-Studie veröffentlicht.

Weiter hat im Jahr 2015 die MIKE-Studie, erstellt von der ZHAW in Zusammenarbeit mit der Jacobs Foundation, das Mediennutzungsverhalten von in der Schweiz lebenden Kindern im Primarschulalter untersucht.
Auch die deutsche KIM- beziehungsweise JIM-Studie bietet einige interessante Zahlen. Die vom Medienpädagogischen Forschungsbund Südwest (mpfs) alljährlich herausgegebenen Untersuchungen über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland gelten unter Vorbehalt auch für die Schweiz.

mike-studie

Spiele: Eine Randerscheinung?

Mit elektronischen Spielen ist es wie mit anderen Unterhaltungsmedien. Wo konsumiert wird, wird auch immer umfassender produziert. Die Spielindustrie, bestehend aus Spielentwicklern und den Firmen, welche die Spiele vermarkten, ist schon seit längerer Zeit grösser als Hollywood, und trumpft jedes Jahr mit noch teureren Produktionen und noch mehr Umsatz auf. So hat zum Beispiel der finanziell erfolgreichste Film «Avatar» bisher 3 Milliarden US Dollar eingespielt. Gekostet hat er 237 Millionen Dollar. Der teuerste Film war mit 341 Mio. Dollar «Fluch der Karibik 3». Im Vergleich dazu: Das teuerste Game «Destiny» hat 500 Millionen Dollar gekostet (davon 200 Mio. Dollar fürs Marketing), und hat diesen Betrag bereits in der ersten Verkaufswoche wieder eingespielt. Das Spiel «World of Warcraft» hat seit dem Beginn in 2004 bereits über 10 Milliarden Dollar eingenommen.

Vor einigen Jahren war es noch so, dass zuerst Filme, und dann die Spiele dazu herausgebracht wurden. Heute werden oftmals auch von erfolgreichen Spielen Filme produziert. Inzwischen sind diese Spiele selbst oft mit Stars besetzt: so leihen berühmte Schauspieler den Computerspielfiguren ihre Mimik, Gestik und Stimme. Manchmal wird gar der ganze Körper des Schauspielers (z.B. des Oscargewinners Kevin Spacy in Call of Duty) eingescannt und ihr digitales Abbild als Spielcharakter verwendet. Oder es werden ganze Trailer zu Games mit Starbesetzung gedreht. Die Grenzen vermischen sich also mehr und mehr und die Gameindustrie ist so erfolgreich wie noch nie!

Auch der Spielsport an sich ist nicht mehr nur Hobby. Mittlerweile gibt es internationale Spielturniere mit bis zu 1 Mio. Dollar Preisgeld. Professionelle Spieler, welche an solchen Turnieren mitmachen, leben analog zu Profisportlern einerseits von solchen Preisgeldern, andererseits von Sponsoren. Mit Tausenden von Zuschauern bei (Online-)Turnieren lohnt es sich, auch in diesem Bereich Marketing zu betreiben. Professionelle Spieler gab und gibt es auch in der Schweiz, wenn auch nur wenige.

Wer spielt Computerspiele?

Gemäss der Untenstehenden Grafik aus der JIM-Studie 2015 spielen 85% der Jungs und gut die Hälfte der Mädchen täglich beziehungsweise mehrmals pro Woche elektronische Spiele. Nach dem Alter aufgeschlüsselt fällt auf, dass mit dem Vorschreiten der Pubertät die Konsumzeiten abnehmen. Gespielt wird aber auch mit 18 Jahren noch viel. Aber auch Erwachsene jeden Alters und Geschlechts spielen gerne. Was man nicht vergessen sollte: Elektronische Spiele werden mehrheitlich für Erwachsene programmiert. Wenn Games überhaupt mal ein Kinderspielzeug waren, dann sind sie es heute definitiv nicht mehr.

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Auffallend ist, dass bei der Computerspielnutzung kein wirklicher Unterschied zwischen Real- oder Gymnasialschülern besteht.  Es wird quer durch die Bildungsschichten gespielt. Doch gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Komplexität der gespielten Spiele sich proportional zum Bildungsstand verhält.

Wichtig: Kinder und Jugendlichen spielen elektronische Spiele! Wenn nicht zu Hause, dann finden sie anderswo Möglichkeiten.

Welche Spiele werden gespielt?

Die JAMES-Studie 2014 hat die Schweizer Jugendlichen befragt, welche Spiele denn bei ihnen aktuell sind. Der Ego-Shooter Call of Duty (COD), das Gangsterspiel Grand Theft Auto (GTA) und das Fussballspiel FIFA gehören seit Jahren zu den beliebtesten Spieleserien. Neu lässt sich auch sagen, das Multiplayer Online Battle Arena Spiel League of Legends (LoL) ist bei vielen Jugendlichen hoch im Kurs.

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Auch bei den Kindern, die in der MIKE-Studie befragt wurden, ist FIFA hoch im Kurs. Weiter spielen die Kinder bevorzugt das Klötzchen-Bau-Spiel Minecraft. Erstaunlich ist aber, dass auch viele Schülerinnen und Schüler der Primarstufe die Spiele Grand Theft Auto (GTA) und Call of Duty (COD) spielen. Diese werden vom PEGI-Jugendschutz erst ab 18 Jahren empfohlen.

Auf welchen Systemen wird gespielt?

Die Spielsysteme entwickeln sich analog der technischen Errungenschaften. Dies bedeutet, dass gegenüber PC und Spielkonsole vermehrt auf mobilen Geräten gespielt wird. Die Studie vom Digitalverband Deutschland BITKOM aus dem Jahr 2014 zeigt dies. Der Zuwachs bei den Smartphones und Tablets ist auffallend. Es ist zu erwarten, dass diese Zahlen heute noch höher liegen.
Mehr Infos zu den einzelnen Plattformen

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